Wie geht es weiter mit dem Haus Born?
Haus Born als multifunktionales Gemeindezentrum für Waldböckelheim?
Nach langer Pause erwarten wir wieder Bewegung um das Haus Born. Noch hat die Ortsgemeinde Waldböckelheim das das Anwesen nicht erworben. Möglicherweise stehen hierfür Mittel aus einem Antrag im Rahmen des regionalen Zukunftsprogramms „Regional. Zukunft. Nachhaltig.“ des Landes zur Verfügung. In die VG Rüdesheim flossen hier immerhin ca. 4,6 Mio Euro, welche für 170 verschiedene Maßnahmen Verwendung finden. Wir gehen davon aus, dass bei positiver Förderzusage ein Beschluss in einer der nächsten Ratssitzungen erfolgen wird.
Was erwartet die Ortsgemeinde ?
Viele kreative Ideen für eine mögliche zukünftige Nutzung des Anwesens wurden benannt und in verschiedenen Terminen den interessierten Bürgerinnen und Bürgern vermittelt: Veranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen und Jugend- Kinder und Seniorenarbeit sind nur einige Beispiele.
Trotz aller positiven Nutzungsoptionen steht die FWG unabhängig möglicher Fördermittel einem Kauf skeptisch gegenüber. Neben den notwendigen Mitteln für den Erwerb des Gebäudes wurden von einem Gutachter für historische Gebäude die Kosten für die Grundsicherung und Grundinstandsetzung des Gebäudes auf mindestens 400.000€ geschätzt.
Hierzu zählen unter anderem:
Erhalt / Wiederherstellung der verputzten Fassade (Fachwerkbalken wurde beim erstmaligen Verputzen für bessere Haftung aufgeraut)
Statische Sicherung der Kuhkapelle durch einen Ringanker
Ausbesserung von Dach und Gesims
Reparatur des geschädigten Sandsteinsockels
Reparatur und Aufarbeitung der einfach verglasten Fenster, Fenstergewände und Läden)
Diese Maßnahmen dienen rein dem Erhalt der baulichen Substanz und sind nicht oder nur zu einem geringen Teil durch Fördermittel abgedeckt. Weiterhin nicht enthalten sind Kosten für eine Heizung, Sanitäreinrichtungen oder eine energetische (Teil)-Sanierung. Hierzu gibt es bisher leider keine Kostenschätzungen.
Warum sind wir skeptisch?
Kritisch sehen wir die Zugangsmöglichkeiten des Gebäudes. Die unmittelbare Nähe zur Hauptstraße birgt bei Veranstaltungen eine Gefahr für Kinder, ortsfremde und mobilitätseingeschränkte Menschen, die unbedacht das Anwesen verlassen. Dies hat darüberhinaus Auswirkungen auf die Ausgestaltung möglicher Fluchtwege in einem zukünftig zu erstellenden Brandschutzkonzept. Neue alternative Ausgänge bedingen eine statischen Neubewertung des Gebäudes und können ebenfalls zu unüberschaubaren Kosten führen.
Durch die zentrale Lage im Ortskern gibt es nur wenige Parkplätze in der unmittelbaren Umgebung, was bei Veranstaltungen schnell zu Konflikten mit den Anwohnern führen kann.
Ohne Heizung reduziert sich die mögliche Nutzbarkeit dieses Gebäudes im Wesentlichen auf die Sommermonate. Mobile elektrische Heizgeräte sind bei gegebener Hausinstallation sicher keine Alternative und auf Dauer auch kein Mittel einem möglichen Pilzbefall entgegenzuwirken.
Die Ortsgemeinde ist seit Januar in der Trägerschaft der Gebäude von kath. und ev. Kindergarten. Hierzu zählen ebenfalls das Hildegardeshaus und das Hahn‘sche Haus. Dies alles sind auf der einen Seite Orte, die jetzt schon viel Raum für Veranstaltungen bieten.
Diese Gebäude verpflichten die Gemeinde auf der anderen Seite jedoch schon heute zu regelmäßigen Investitionen in den Erhalt.
Hinzu kommen regelmäßige Ausgaben für die Unterhaltung weiterer gemeindeeigener Einrichtungen (Natur-KiTa, Spielplätze, Sportplatz, Bürgerhaus, Haus der Jagd, Welschberghaus, Friedhof,…) die in Summe jährlich sechsstellige Beträge erfordern.
Zusätzliche Zukunftsprojekte wie der Neubau der KiTa, Erschließung eines neuen Wohngebietes, Erweiterung des Gewerbegebietes Nord und die Umgestaltung des Friedhofes belasten zusätzlich den Haushalt in den kommenden Jahren mit Millionenbeträgen. Eine Gegenfinanzierung aus dem Betrieb von Windkraftanlagen auf dem Zollstock ist noch immer unklar.
Durch die Aktivitäten seitens Bad Sobernheims ist die Realisierbarkeit der Anlagen fraglich und damit ist die Höhe der zu erwartenden Einnahmen völlig unklar.
Unsere Position
In diesem Umfeld können wir von der FWG zum jetzigen Zeitpunkt einer Investition unter den genannten Bedingungen in dieses Gebäude nicht zustimmen. Wir sehen uns verpflichtet, mit finanziellen Mittel der Ortsgemeinde und öffentlichen Steuergeldern (Fördermittel) sorgsam umzugehen. Im konkreten Fall stehen Kosten und Nutzen in keinem akzeptablen Verhältnis. Wir wollen sinnvoll zum Wohle aller Waldböckelheimer mit den zur Verfügung stehenden Mittel wirtschaften um so auch in Zukunft unter keinen Umständen in finanzielle Zwangslagen zu gelangen.
Wie stehen Sie dazu? Kommen Sie mit uns ins Gespräch, damit wir Ihre Meinung im Gemeinderat vertreten!
Sandra Wolf
Vorsitzende
Dieter Fuhr
Fraktionssprecher
Karin Mörsfelder
Ratsmitglied
Frank Schlarb
Ratsmitglied
Steffen Sutor
Ratsmitglied
Alexander Peters
Beigeordneter